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Niemand lobt die Serafe, die helvetische Privatfirma, die für den staatsnahen Staatssender SRG die Zwangsgebühren eintreibt – ausser natürlich ihre Besitzer, die sich mit saftigen Gewinnen eine goldene Nase verdienen. Der erste Skandal ist, dass offenbar kein einziger der über 2900 Mitarbeitenden des UVEK-Departements von Bundesrat Rösti diesen Job erledigen kann, den der Frauenverein Niederscherli oder Kleingurmels locker in der Freizeit erledigen könnte. Wahrscheinlich sogar besser, mit weniger Fehlern, freundlicher, und vor allem günstiger. Allein das BAKOM hat rund 300 Mitarbeiter und wird täglich mit mehr KI unterstützt. Trotzdem wird der Simpel-Job des Geldeintreibens privat vergeben an ein Unternehmen, das es sich leisten kann, so unfreundlich zu agieren wie viele Zöllner: keine Konkurrenz und die Staatsgewalt im Rücken. Serafe hat auch kein Produkt, keine echten Kunden, braucht keine Werbung zu betreiben und muss auch nicht mit ‚Kunden‘ kommunizieren oder interagieren. Sie muss nur Rechnungen an Adressen verschicken, die sie alle pfannenfertig von den Gemeinden erhält – und dann mit den uralten Methoden von Drohung, Betreibung und Staatsgewalt die Kohle einsacken, von der sie natürlich nur einen Teil weiterleitet. Serafe macht Millionengewinne mit einem völlig anspruchslosen Job, den sie zudem schlecht ausführt. Sie könnte heute schon weitestgehend durch KI ersetzt werden, wenn sie es nicht schon ist. Oder hat schon jemand einen Serafe-Mitarbeiter aus Fleisch und Blut gesehen? Ausser natürlich den Chefs, die ihren fetten Anteil einstreichen. Diese Bewegung ist mutmasslich den Robotern noch nicht vertraut.

Der zweite Skandal ist, dass die Serafe ihren gutbezahlten Job trotz überwiegend negativer Bewertungen bereits bis 2034 auf sicher hat. Serafe darf einfach rücksichts- und gnadenlos jeden, der nicht taubblind ist und der nicht schon total am Staatstropf hängt, betreiben und ihm noch drohen, dass ihm der Eintrag im Betreibungsregister jede künftige Wohnungs- oder Arbeitssuche vermasseln wird. Die Bewertungen geisseln vor allem aggressives Inkasso, fehlerhafte Daten, die zu falschen Rechnungen führen, und den unhöflichen Umgang mit den Betroffenen. Dazu gehört, dass nirgends eine Mail-Adresse zur Kontaktaufnahme angegeben wird. Nur eine Telefonnummer, bei der man dann so lange in eine Warteschleife gelegt wird, bis man den Versuch abbricht. Wer Serafe kontaktieren will, muss sich auf komplizierte Weise und unter Angabe sämtlicher persönlicher Daten identifizieren. Auch dies eine klar kundenfeindliche, Kontakt möglichst unterbindende Haltung, wie sie in der echten Privatwirtschaft nicht vorkommt und die sich nur eine arrogante Firma mit Staatsgewalt im Hintergrund leisten kann.

Der dritte Skandal ist, dass sie Einzelfälle nicht differenziert behandelt und, wenn sie die Kompetenz nicht hätte, das BAKOM um Handlungsfreiheit für Sonderfälle ersucht. Dies zeigt, dass es Serafe nur um den Gewinn geht und dass ihr die Betroffenen piepegal sind. Wenn jemand kein TV-Gerät hat, noch nie eins gehabt hat und auch nie auf anderen Geräten ein Angebot der SRG nutzt, unter dem Existenzminimum lebt, aber sich abrackert, um nicht mit Zusatzleistungen am Staatstropf zu hängen, wird er genauso gnadenlos betrieben. Wenn der Betroffene das Geld nicht aufbringt, muss er ins Gefängnis für die Nichtbenutzung eines Angebots, das er nie beansprucht hat und das er für überflüssig, unnötig hält. Die Situation ist vergleichbar mit dem autolosen Fussgänger oder Radfahrer, der zeitlebens nie eine Autobahn benutzt, und der gezwungen wird, jedes Jahr acht Autobahnvignetten zu kaufen. Die Serafe-Schergen werden sich herausreden, das habe der Stimmbürger so gewollt. Aber der Stimmbürger hat damit wohl kaum an solche Einzelfälle gedacht wie den beschriebenen, der keineswegs erfunden ist. Und vielleicht korrigiert der Stimmbürger am 8. März 26 wenigstens den Betrag für ein Angebot, das nur noch von einem schwindenden Teil der überalterten Bevölkerung genutzt wird, auf 200 CHF, also 5 Vignetten für den autolosen Velofahrer.

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